Guter Unterricht statt bloßer Rhetorik

Ludger Dorenkamp, bildungspolitischer Experte und Ratsherr der FDP, zum Ergebnis des Volksentscheids in Hamburg

Klare Ziele werden in der Bildungspolitik gebraucht - keine ideologieschwangeren Konzepte. Vor diesem Hintergrund begrüßt Ludger Dorenkamp, der bildungspolitische Experte der Hammer FDP, das Ergebnis des Volksentscheids in Hamburg. Die Abstimmung der Hanseaten gegen eine Ausweitung der Grundschule von vier auf sechs Jahre sei auch für NRW richtungweisend. "Das Ergebnis zeigt, wie weit entfernt sich insbesondere die grüne Bildungspolitik von den Wünschen der Eltern entfernt hat", sagt Dorenkamp. "Wir halten das Hamburger Ergebnis für einen klaren Hinweis darauf, was Eltern für ihre Kinder wollen."

 
Das sei eben keine möglichst lang ausgedehnte Gemeinschaftsschule um jeden Preis. "Die Eltern wollen einen gesicherten, qualitativ hochwertigen und verlässlichen Unterricht. Dieser bietet die optimale Vorbereitung ihrer Kinder auf Berufsleben und Studium. Was Eltern nicht wollen, ist eine ideologiebeladene Rhetorik, wie wir sie in der jüngsten Zeit leider nicht nur in Hamburg haben erleben müssen. Dabei sind die klar formulierten Hamburger Elternwünsche nach einer vierjährigen Grundschulzeit mit Sicherheit übertragbar auch auf NRW." Eine Volksabstimmung in NRW werde sicherlich vergleichbare Ergebnisse bringen.
 
Kleinere Klassen, guter Unterricht, klar formulierte Ziele und vergleichbare Abschlussprüfungen - dies seien die Schlüssel zu einer guten, gesicherten Bildung. "Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass ein System des längeren gemeinsamen Lernens einem gegliederten Schulsystem überlegen ist. Auch wenn Rot-Grün dies immer wieder mantrahaft behauptet. Neue wissenschaftliche Untersuchungen wie die über die sechsjährige Berliner Grundschulzeit belegen sogar, dass Kinder bei längerem gemeinsamen Lernen schlechter gefördert werden."
Die Länder, die in den Pisa-Studien am besten abgeschnitten hätten, setzten vor allem auf kleine Klassen. "Eine erfolgreiche Bildungspolitik ist eine, die auf individuelles Fördern und Fordern setzt. Mit Gleichmacherei um jeden Preis wird man keinem Kind gerecht - dazu sind Kinder viel zu individuell."