FDP: "Wir wollen die Realschule Mark erhalten"

Der Vorstoß der SPD zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule im Stadtbezirk Uentrop stößt bei der FDP auf scharfe Kritik. "Die SPD will aus ideologischen Gründen eine funktionierende Schullandschaft zerstören", sagt der FDP-Ratsfraktionsvorsitzende Ingo Müller. "Das werden wir auf keinen Fall zulassen."

Die Erlenbachschule und die Realschule Mark seien gut funktionierende Schulen mit tragfähigen Konzepten und sehr solider Arbeit. Diese sollten und dürften nicht angetastet werden. "Was die SPD vorhat, entspricht ganz sicher nicht dem Elternwillen in Uentrop", sagt Müller. Er wirft der SPD nicht nur unbedachtes Vorgehen vor, sondern auch Unehrlichkeit. "Erst fordern sie einen Schulentwicklungsplan, jetzt machen sie sich ihren eigenen - immer so, wie es ihnen gerade passt. Rücksicht auf Schüler und Eltern nehmen sie nicht."

Müller weist noch einmal darauf hin, dass es keine wissenschaftlich belastbaren Daten gibt, die ein längeres gemeinsames Lernen einem gegliederten System vorziehen. "Die SPD will ganz brachial ihre Vorstellungen durchsetzen, deren Nutzen für die Kinder nicht einmal erwiesen ist", sagt Müller. Man habe zudem in Hamburg gesehen, was geschehe, wenn die Politik nicht auf den Elternwillen achte.

Ralf Marohn, FDP-Bezirksvertreter in Uentrop, warnt davor, landespolitische Vorstellung ohne Ansehen der Situation vor Ort herunterbrechen zu wollen. "Wir haben hier in Uentrop ein funktionierendes System", sagt er. "Ich warne davor, es leichtfertig anzutasten. Das kann weder im Interesse der Kinder sein noch in dem der Pädagogen, die hier gute Arbeit leisten." An der Realschule Mark wurden zum kommenden Schuljahr 89 Kinder angemeldet. Laut Mitteilungsvorlage der Stadt kommen viele davon aus anderen Stadtbezirken. Drei Kinder kommen von auswärts. "Das Interesse an der Realschule Mark ist da", sagt Marohn. "Die Anmeldezahlen sprechen dafür, dass die gute Arbeit an der Realschule über die Stadtbezirksgrenzen hinaus wahrgenommen wird." Die Erlenbachschule verzeichnet 31 Anmeldungen, immer noch mehr als an anderen Hauptschulen der Stadt.